Weltarmut und Menschenrechte - Kosmopolitische Verantwortung und Reformen.

Pogge, Thomas, (Original: World Poverty and Human Rights), Übersetzung und Neuauflage 2011. Verlag Walter de Gruyter Berlin. 390 Seiten. 29.95 Euro. 978-3-11-017825-8

Pogge geht von folgenden zwei Thesen aus: 1. Unsere Welt ist in Wohlhabende und Arme gespalten: Die reichsten fünf Prozent der Weltbevölkerung verfügen über nahezu 50% des globalen Haushaltseinkommens, während mehr als eine Milliarde Menschen unterernährt und armutsbedingt vom Tode bedroht sind.

2. Um diese globalen Ungerechtigkeiten zu überwinden, müssten die Wohlhabenden das auch ernstlich wollen. Die erforderliche institutionelle globale Ordnung in der die Menschenrechte nicht mehr verletzt werden, ist daher das Minimalziel.
Schon wenige Reformen reichten aus, um eine radikale Veränderung ins Werk zu setzen. Den Menschen, die mit weniger als zwei Dollar am Tag auskommen müssten, fehlten im Jahr gerade einmal 300 Milliarden, damit sie nicht mehr unterhalb der Armutsgrenze leben müssten. Eine ungeheure Summe? Nein, es sind gerade einmal 0,6 Prozent des Welteinkommens, viel weniger, als die USA für ihr Militär ausgeben, ganz zu schweigen von den Summen, die derzeit an die Banken verfüttert werden. Dabei soll Geld nicht umverteilt werden; es sollte das Markt- und Institutionengefüge so geändert werden, dass die Ärmsten der Armen davon profitieren.
Vieles liest sich sehr abstrakt und dann doch wieder sehr logisch, schließlich ist Pogge Philosoph (er lehrt an der Yale University). Eine Abhandlung, über die sich wahrlich streiten lässt.

Anne Reyers