Der Tote im See - Leben und Verschwinden des Colonel Fawcett im brasilianischen Regenwald

Callado, Antonio,  Übersetzung Peter Kultzen. Berenberg Verlag Berlin 2013. 978-3-937834-66-5. Euro 20.00

Percy Harrison Fawcett – ein Name, der Entdeckerfreude, Abenteuerlust und auch großes Kino bedeutet. Schließlich war er das Vorbild für Indiana Jones ….


Callados Buch erschien bereits 1953 und wurde 2010 neu aufgelegt; hier geht es um den Knochenfund, den Villas-Boas begutachtete, und das Grab, das der Verfasser zusammen mit Fawcetts jüngerem Sohn aufsuchte.
1925 unternimmt Fawcett seine siebte Reise in deas brasilianische Hinterland: Er ist auf der Suche nach der Stadt ‚Z‘. Er verlässt mit seinen Begleitern Cuiabá und ist neun Tage später verschollen. Über den Verbleib Fawcetts gab es viele Spekulationen und viele Expeditionen sollten klären, wie und ob die Gruppe umgekommen ist. Callados Bericht schließt daran an. Zu Beginn der 50er Jahre war das brasilianische Hinterland noch unbekanntes Gebiet, die Indigenen keine Brasilianer – der große Völkermord sollte erst noch einsetzen. Die Reportage über Fawcett steht am Beginn des literarischen Schaffens von Callado – wer „Quarup“ gelesen hat, findet hier bereits die Themen, die „Quarup“ ebenfalls auszeichnen: Menschlichkeit und dichte Atmosphäre.
Anmerkung:
Zum Themenland Brasilien bei der diesjährigen Buchmesse erschienen viele Bücher in neuer Auflage bei den altbekannten Verlagen – aber viele kleinere unabhängige Verlage brachten Perlen wie Callados Roman heraus. Oder bei „Assoziation A“ die Bücher von Luiz Ruffato und Beatriz Bracher. In den nächsten Ausgaben der BN werden wir auf weitere Titel aufmerksam machen.

Anne Reyers