Kleine Monster - Erzählungen

Abreu, Caio Fernando. Ausgewählt und mit einem Nachwort von Gerd Hilger. Edition diá Berlin 2016. 978-3-86043-414-9. € 14.00 auch als e-book

Acht Erzählungen stellte Gerd Hilgers in diesem schmalen Bändchen zusammen. Schmal nur bezogen auf die Seitenzahl, inhaltlich gewichtig, gewaltvoll, liebevoll, erotisch, sinnlich und vor allem in einer soghaften Sprache (und in überzeugender Übersetzung!) geschrieben.
Welche der Erzählungen ist die Faszinierenste? Die erste „Ohne Ana, blues“ ist ein Monolog mit dem Thema „als Ana mich verlassen hat“ oder auch „seit Ana mich verlassen hat“. Was macht den Unterschied von „als“ und „seit“ aus – einsam ist der Monologisierende und bleibt in der Seifenblase des Tages des Verlassens hängen.
Im „August und danach“ geschieht dem Erzählenden eine Gesundung, eine Trennung und für immer die Sicherheit der Liebe.
In der titelgebenden Geschichte „Kleine Monster“ erwachen und erkennen zwei Jugendliche ihre Gefühle füreinander und nehmen doch Abschied, in der Gewissheit, dass der andere immer da ist.
Jede Erzählung steht für sich und ist doch im Zusammenhang mit den anderen zu sehen. Eine wunderbare Auswahl und wer noch nichts von Abreu gelesen hat, hat hier die Gelegenheit diesen – leider bereits verstorbenen – Autor kennenzulernen.

Anne Reyers