Schwarz, meine Liebe. Kriminalroman

Molica, Fernando. Übers. Michael Kegler. Edition diá Berlin 2016. 978-3-86034-409-5. € 18.00 auch als e-book

Drei schwarze Jugendliche werden ermordet aufgefunden, wahrscheinlich haben sie mit Drogenhandel zu tun, schließlich stammen sie aus einer Favela. Warum sollte das genauer untersucht werden? Ein an sich alltäglicher Vorgang, wenn da nicht Fred wäre, ein schwarzer Rechtsanwalt und Menschenrechtsaktivist. Er und seine Freundin, die weiße Polizeibeamtin Beatriz, lassen nicht locker und versuchen die Mauer des Schweigens, der Korruption und des Rassismus zu durchbrechen. Und dann ist da noch das Tuch, welches angeblich mal Arthur Friedenreich, dem ersten schwarzen Fußballspieler gehörte und das Fred wie eine Relique aufbewahrt. Wie gehört das zusammen?
Wie schon in „Krieg in Mirandão“ (BN 139) ist Molicars Thema die Stadt Rio und die Korruption; manchmal euphorisch, dass sich doch was ändern könnte und dann wieder nihilistisch, weil Veränderungen unmöglich erscheinen. „Schwarz, meine Liebe“ könnte auch das Buch zu „Cidade de Jogo“ sein.
Um den Klappentext nach Correio Braziliense zu zitieren: „Nur selten ist der Rassismus in Brasilien so genau analysiert worden.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Anne Reyers