Landkonflikte – Kein Ende in Sicht, Agroindustrie weiter auf dem Vormarsch

umwelt landkonflikteGünther Schulz

Artêmio Gusmao, Leiter der Quilombola-Gemeinschaft Maçaranduba (Quilombolas sind Nachfahren von aus der Sklaverei geflohenen Schwarzen), der seit zwei Jahren immer wieder Morddrohungen ausgesetzt war, wurde Anfang 2016 ermordet und gevierteilt in der Nähe seines Hauses aufgefunden. Seit Jahren setzte er sich für die Demarkierung des Landes seiner Gemeinschaft ein; Großgrundbesitzern und Holzhändlern war er ein Dorn im Auge. Es scheint als würde auch im Jahr 2016 die traurige Bilanz des vergangenen Jahres mit offiziell 50 Morden aufgrund von  Auseinandersetzungen auf dem Lande weiter geführt bzw. übertroffen. In den ersten fünf  Monaten sind bereits 23 Landarbeiter als weitere Gewaltopfer zu verzeichnen (Quelle: CPT).

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Abholzung total auf brasilianisch Ein trauriger Besuch im Bundesstaat Mato Grosso

umwelt abholzungMaik Sadzio

An einem sonnigen Morgen bei 37 Grad fährt mich Mikel, ein Vogelbeobachter aus Sinop zu Brigitte W. Frick, einer weit bekannten Umweltaktivistin, in die Kleinstadt Claudia. Sinop und Claudia liegen im Herzen Brasiliens im Bundesstaat Mato Grosso – zu deutsch „Großer Wald“. Vor zehn Jahren, erzählt Mikel auf der 80 Kilometer langen Fahrt, stand hier noch der Wald. Über 865 Vogelarten seien hier heimisch gewesen. In den verbliebenen Waldstücken gebe es einige bis heute. Was ist hier passiert, frage ich neugierig. Mikel erzählt mir die traurige Geschichte seiner Heimatregion, im einst größten Wald Südamerikas.

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Von fliegenden Flüssen, umgestülpten Wäldern und der trockenen Stadt

kultur fliegendeflusseChristian Russau

In der Millionenmetropole São Paulo erreichte die Trinkwasserversorgung Ende Oktober dieses Jahres einen historischen Tiefpunkt. Bis zu 60 Prozent der Haushalte waren zeitweise ohne Wasserversorgung. Was könnte das mit fliegenden Flüssen und doppelt umgestülpten Wäldern zu tun haben?
So trocken war es noch nie

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Brandherd Cerrado

umwelt cerrado1Dieter Gawora

Der Cerrado gehört zu den am meisten bedrohten Ökosystemen der Erde. Gegenüber den anderen gefährdeten Ökosystemen geschieht dessen Vernichtung aber nahezu unbemerkt von der Weltöffentlichkeit. Dies ist zumindest überraschend, wenn die geographischen und ökologischen Fakten des zweitgrößten Ökosystems Südamerikas aufgelistet werden: Mit 2 Millionen km² umfasst das Gebiet fast ein Viertel der Fläche Brasiliens und zeichnet sich durch eine außerordentliche Artenvielfalt aus.

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Mein Strand gehört mir - Kommunaler Tourismus in den Fischerdörfern Cearás

umwelt strandChristine Wollowski, Recife

Paradieszustand I
Zweihundert Menschen leben in Ponta Grossa. Vor ihnen der Atlantik, hinter ihnen pastellbunte Kreidefelsen, dazwischen das Paradies. So steht es jedenfalls auf dem Willkommensschild von Sidrak geschrieben: „Bemvindo ao Paraíso“, und sicherheitshalber darunter für internationale Besucher: „Welcome“. Das Schild steht am Strand, weil die Strände hier im Ceará so weit und einsam sind, dass sie nebenbei gerne als Straßen genutzt werden. So sehen Vorbeifahrende, dass sich in dem lichten Cashew- Wäldchen vor der Felswand Zivilisation verbirgt. Sehr bescheidene Zivilisation. Die lange Reihe der Fischerboote, der Jangadas, am Strand zeigt: Die Bewohner von Ponta Grossa sind Fischer. An Hauswänden, in Astgabeln, auf Wäscheleinen, überall hängen ihre Fischernetze, Schwimmer, Angelutensilien. Und im Schatten von Palmdächern, Baumkronen und Terrassen hocken sie zusammen, flicken ihre Netze und plaudern in ihrem eigenen gelassenen Rhythmus, der ans Rauschen des Meeres erinnert.

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Was bleibt übrig von den brasilianischen Wäldern?

umwelt waldThomas Bauer, CPT Bahia

Nach gut drei Jahren hat die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff vor wenigen Wochen dem Gesetzgebungsverfahren des neuen Waldgesetzes (Código Florestal) zugestimmt. Während der Diskussion kam es zu heftigen Protesten der örtlichen Bevölkerung, indigener Gruppen, Umweltaktivisten, NGOs und engagierter Beamter aus dem Umweltsektor der Regierung sowie zu vielen internationalen Protesten.

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Regenwald in Gefahr - Das neue Waldgesetz erleichtert Abholzungen in Amazonien

umwelt regenwaldPeter von Wogau

Im April 2012 wurde von der Abgeordnetenkammer in Brasília ein neues Waldgesetz verabschiedet, das die in den letzten Jahren erreichten relativen Fortschritte bei der Reduzierung der Waldverluste zunichte zu machen droht. Ende Mai brachte Präsidentin Dilma Rousseff ein partielles Veto ein. Das weitere Schicksal Amazoniens steht also nach wie vor auf dem Spiel.

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Trotz Fukushima – Vertrauen in die Atomkraft

cont umw 143 2Trotz des Nuklear-Unglücks in Japan will Brasilien sein Atom-Programm unbeirrt fortsetzen. Die eigenen Kernkraftwerke seien sicherer als japanische, sagte Energie-Minister Lobão. Obwohl es in Brasilien keine nennenswerte Anti-Atomkraft-Bewegung gibt, werden nun freilich auch Gegenstimmen laut.

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Klimabündnis mit indigenen Völkern

cont umw 143 1Aktuell lesen wir in den Medien, dass die Benzinmischung E10 von den deutschen Autofahrern abgelehnt wird - weniger aus ökologischen oder politischen Bedenken, sondern viel eher aus Angst um ihr ‚Heilixblechle’. E10 bedeutet nicht nur mangelnde Aufklärung in Bezug auf das Auto, sondern auf mangelnde Aufklärung in Bezug auf die Herstellung des Treibstoffs und seine ökologischen Auswirkungen.

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Brasilien: Supermacht der Agroenergie

agroernergie 1Mit einem Anteil von 45 % der Energie aus sogenannten erneuerbaren Quellen nimmt Brasilien global gesehen eine Spitzenposition sowohl als Verbraucher als auch als Produzent sogenannter erneuerbarer Energie ein, denn im Gegensatz zu Europa ist Brasilien in dieser Hinsicht autark.

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Brasiliens Tschernobyl 1987

kernunfallViele Opfer des brasilianischen “Supergaus” sind noch immer ohne Entschädigung

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„Ihr beutet das Erz aus - uns Fischern bleibt die Schlacke!“

belmonte 1Der Konflikt um den Stahlwerksbau von ThyssenKrupp bei Rio de Janeiro.

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Die Ableitung des Rio São Francisco zeigt ihr wahres Gesicht

rio sao fraSeit Jahren protestieren Organisationen der Zivilgesellschaft gegen das gigantische Bauvorhaben der Ableitung des Rio São Francisco, die Transposição, eines der umstrittensten Großprojekte der Regierung Lula.
von Magnólia Bernardes, CPT Bahia, Übersetzung: Andrea Zellhuber

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BR 319 – eine Straße in Amazonien

br 319Brasilien will eine seit Jahrzehnten verfallene Straße durch den Dschungel reaktivieren. Der wirtschaftliche Nutzen ist fraglich, die Ökologen fürchten großflächige Abholzung in einem der größten noch intakten Waldgebiete des Amazonasbeckens.

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Der Cerrado – eine fast unbekannte Region Brasiliens

umwelt cerrado“Cerrado?“ Nahezu unvermeidlich ist es, dass einem diese Gegenfrage mit ungläubigem Schulterzucken selbst von ausgewiesenen Brasilieninteressierten gestellt wird, wenn man versucht, über den Cerrado in Brasilien zu sprechen - immerhin ein Gebiet, in dem etwa 22 Millionen Menschen auf einer Fläche leben, die knapp sechsmal größer als Deutschland ist. 

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Der brasilianische Cerrado

umwelt ceradoDer brasilianische Cerrado verfügt über kontinentale Ausdehnungen und ist nach Amazonien das zweitgrößte Ökosystem Brasiliens. Und nicht nur das: Er verfügt über eine phantastische biologische Bandbreite, die von einer nicht minder reichen sozialen Vielfalt an menschlichen Lebensformen begleitet wird.

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Eukalyptusmonokulturen vernichten Regenwald

umwelt eukalyptusIn einer unveröffentlichten Entscheidung verurteilt die Bundesjustizbehörde der Stadt Eunápolis (Bundesstaat Bahia) das Unternehmen Veracel Zellulose und die staatlichen, wie auch bundesstaatlichen- Umweltbehörden CRA und Ibama für die Abholzung des Küstenregenwaldes.

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In Holzkohle verwandelt

umwelt holzkohleSeit Beginn des 20.Jahrhunderts wird in Brasilien kommerziell Eukalyptus angebaut. Heute verfügt das Land über die weltweit größten Eukalyptusanbauflächen. Eine wichtige Region dafür ist das nördliche Minas Gerais.

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Von der Notwendigkeit fairen Handelns

fairtradeHeute macht uns die globale Welt schnell deutlich, inwieweit unsere eigenen täglichen Kaufentscheidungen das Leben tausender Menschen, die für den Markt produzieren und ihn so mit den notwendigen Gütern versorgen, beeinflussen. Viele dieser Erzeugnisse legen tausende Kilometer zurück, bevor sie in unserem Einkaufswagen landen.

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Die Umleitung des Rio São Francisco

rio sao fraDer Bau der Umleitung des Rio São Franscisco, der Transposição, eines der umstrittensten Großprojekte der Regierung Lula, ist ungeachtet der Proteste in vollem Gange. In diesem Mega-Projekt, das überwiegend der exportorientierten Bewässerungslandwirtschaft zu Gute kommt, wird in zwei insgesamt 700 km langen Kanälen Wasser des Rio São Francisco abgeleitet und in die nördlichen Trockengebiete des Nordostens geleitet.

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