Leseproben
Liebe Brasilieninteressierte, hier haben wir einige Leseproben aus unserem Magazin "BrasilienNachrichten" für Sie zusammengestellt. Viel Spaß beim Stöbern!
Wie die Rassendemokratie sich als Chimäre entpuppt
Bernd Lobgesang
Zunächst sieht man Hubschrauber, die über dem grünen Dach des schier endlosen Regenwaldes kreisen. Dann jedoch zeigen sich mehr und mehr rötlich braune Flecken, auf denen kein einziger Baum, kein Strauch mehr wächst. Jetzt setzen die Piloten zur Landung auf einer breiten Piste aus roter Erde an, die sich tief hinein in den Regenwald erstreckt.
Brennender Wald, vernichtete Existenzen
Bernd Lobgesang
Mit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten ist in Brasilien in vielerlei Hinsicht eine neue Epoche angebrochen. Man mag zu diesem Jair Messias Bolsonaro, der sich auch gerne als „tropischer Trump“ bezeichnen lässt, stehen wie man will: Seine Regierung ist auf jeden Fall seit Jahresbeginn fleißig damit beschäftigt, durch neue Gesetze und Verordnungen das Land radikal zu verändern.
Das indigene Brasilien auf dem Schleudersitz
Bernd Lobgesang
Der künftige Präsident fordert eine ganz neue Indianer- und Naturschutzpolitik.
Nun ist es also geschehen: Was viele befürchtet haben, ist tatsächlich eingetreten. Jair Messias Bolsonaro, zuvor Fallschirmspringer und dann jahrelang Mitglied der Abgeordnetenkammer, hat den zweiten Durchgang der Präsidentschaftswahlen für sich entschieden und wird Anfang Januar 2019 die Regierungsgeschäfte in Brasília übernehmen.
Zurück in die Vergangenheit
Staat und Indigene auf Konfrontationskurs
Bernd Lobgesang
Seitdem die Regierung von Staatspräsident Temer im Mai 2016 durch einen kalten Putsch an die Macht kam, krempelt sie Brasilien durch ihre neoliberale Politik gehörig um - ohne Rücksicht auf Verluste: Sozialprogramme werden radikal gekürzt oder ganz abgeschafft und die Privatisierung von Staatsbetrieben schreitet munter voran. All dies geschieht im Interesse der brasilianischen Oberschicht und ausländischer Investoren und geht auf Kosten der breiten Masse der brasilianischen Bevölkerung. Extrem konservative Kräfte, die im Abgeordnetenhaus und im Senat die Mehrheit stellen, fordern und unterstützen diese Politik. Bei diesen Konservativen handelt es sich um Großgrundbesitzer, um mit dem Militär und der Polizei verflochtene Kreise sowie um Mitglieder evangelikaler Kirchen, wobei die Übergänge zwischen diesen Gruppen fließend sind. Ihnen allen aber waren die sozialpolitischen Maßnahmen der ehemaligen Staatspräsidenten aus den Reihen der Arbeiterpartei (PT), die den sozial ungerechten und rassistischen Strukturen der brasilianischen Gesellschaft ein bisschen auf den Leib rückten, ein Graus: Oben soll gefälligst oben und unten soll unten bleiben.
Altamira nach dem Bauboom
Patricia Fachin, São Leopoldo
Übersetzung: Daniel Martineschen, Thilo F. Papacek
Nach dem Ende des größten Teils der Bauarbeiten am Kraftwerk Belo Monte nehmen Arbeitslosigkeit, Drogenkriminalität und Zwangsprostitution in Altamira zu.
Des öfteren berichteten wir in den vergangenen Jahren über den Staudammbau Belo Monte in der Nähe der Stadt Altamira am Rio Xingu in Ostamazonien. Die Arbeiten an diesem Megaprojekt sind inzwischen weitgehend beendet. Nachfolgend Einblicke in die gegenwärtige Situation und die negativen Folgen für die dort lebenden Menschen und die Natur durch diese von Anfang an höchst umstrittene Maßnahme zur Erzeugung von Strom für andere Landesteile Brasiliens.